Lichtschätze der Dunkelheit


Berühmte Sonnen- und Mondfinsternisse

Verfinsterungen von Sonne und Mond haben in der Menschheitsgeschichte durchweg eine wichtige Rolle gespielt, und oft haben sie auch deren Lauf beeinflußt. Sie wurden früher vor allem aus zwei Gründen mit Angst und Schrecken verbunden: Zum einen, weil das Licht dieser Himmelsobjekte den Menschen Schutz und Vertrautheit bot, und wenn es einmal unerwartet verschwand, so gerieten die Menschen in Panik. Zum anderen besaßen die Gestirne göttliche Funktion: Entweder wurden sie selber mit Göttern gleichgesetzt, oder sie wurden als deren Werkzeuge angesehen. Eine Finsternis galt als Mißbilligung des irdischen Treibens und somit als ein böses Omen.

3000 B.C.

Die chinesichen Hofastronomen Hi und Ho wurden zum Tode verurteilt, weil sie eine Sonnenfinsternis nicht vorhergesagt haben. In der Literatur wird diese Geschichte manchmal auch umgekehrt erzählt: Daß sie ihr Leben verwirkten, weil sie eine Finsternis vorhergesagt hatten, die aber nicht eintraf.

1223 B.C.

Der älteste Hinweis auf eine Sonnenfinsternis in Babylonien findet sich in einem Keilschrifttext aus der Stadt Ugarit. Durch Rückrechung konnte man sie auf den 5. Mai 1223 B.C. festlegen. Systematische Aufzeichungen der Ereignisse gab es damals noch nicht, sie beginnen erst im 8. Jh. B.C.

585 B.C.

Zu den berühmtesten Kriegsschlachten gehöhrt diejenige zwischen den Lydern und den Medern, während der sich eine Sonnenfinsternis ereignete. Beide Seiten glaubten, daß die Götter ihnen zürnten und schlossen daraufhin Frieden.

A.D. 33

Laut biblischer Überlieferung soll sich die Sonne verfinstert haben, als Jesus gekreuzigt wurde. Die kalendarischen und astronomischen Umstände legen jedoch nahe, daß eine Mondfinsternis eher als Erklärung in Frage kommt. Diese kann man dazu benutzen, um das Kreuzigungsdatum zu datieren.

570

Im weitläufigen Zusammenhang mit dem Propheten Mohammed ranken sich gleich 3 Sonnenfinsternislegenden: In den Jahren 570, 632 und 661. Obwohl der Islam die Interpretation solcher Omina ablehnt, ist die Angst vor dem plötzlichen Verschwinden des Sonnenlichts so tief verankert, daß das Handeln in eine neue Richtung gelenkt worden ist. Weitere Details im Vortrag.

1453

Während der Belagerung Konstatinopels durch die Türken wurde die eingeschlossene Armee schwer gebeutelt. Ihre Laune wurde von einer alten Prophezeiung gehalten, die besagte, daß Konstatinopel nie bei zunehmendem Mond fallen würde. Doch ein Vollmond entwickelte sich zu einer Mondfinsternis und zerstörte die Moral der Byzantiner und beschleunigte den endgültigen Fall des römischen Weltreiches.

1504

Auf seiner vierten und letzten Reise in die Neue Welt diente eine Mondfinsternis Christoph Kolumbus für zwei Zwecke: Einerseits um eine genaue Standortbestimmung durchzuführen, andererseits um von den abergläubischen Eingeborenen Unterstützung einzufordern.


Berühmte Finsternisse in der Geschichte
Entstehung von Finsternissen
Der Saros-Zyklus
Die Sonnenfinsternis am 29.03.2006

  Hauptseite